„Virtuelle Communities taugen dazu, Rendezvous zu verabreden, Rasenmäher zu verkaufen, Romane zu veröffentlichen und Konferenzen abzuhalten.“ (Howard Rheingold)
Die Merkmale einer Community habeich bereits im vorangegangenen Artikel definiert, ebenso, wie die Gründe, warum Menschen sich in Communities zusammenschließen. Heute soll es nun darum gehen, was denn eigentlich das Unternehmen für Nutzen aus der Bereitstellung und Pflege einer Community ziehen kann:
Steigerung der Kundenloyalität
Kunden, die sich in Communities engagieren haben ein besonderes Verhältnis zu ihrer Marke. Sie definieren sich über die Marke; sie ist ein Teil ihrer selbst. Durch die Mitgliedschaft in einer Community haben die Kunden die Chance, ihre Leidenschaft für die Marke mit Gleich-gesinnten zu teilen. Die gesteigerte Loyalität bringt eine höhere Markenprofitabilität und damit höhere Marktanteile mit sich.
Gesteigertes Vertrauen in Produkte und Unternehmen
Durch einen besseren Informations- und Kommunikationsfluss wird das Vertrauen in die Marke und das Unternehmen gestärkt. Daraus können sich Cross-Selling-Potenziale erge-ben: der Kunde hat bereits Vertrauen in die Marke gefasst und wird daher auch bei weiteren Produkten auf die ihm bekannte Marke zurückgreifen. Wechselbarrieren zu anderen Anbietern erhöhen sich.
Zielgruppengerechtes Marketing
Eine genaue Beobachtung der Community-Aktivitäten lässt wichtige Rückschlüsse auf Kundenanforderungen, Probleme und Wünsche zu. Damit kann die Community wichtige Daten zur Marktforschung beitrage. Darüber hinaus erleichtert sie die Zielgruppenidentifizierung und damit einhergehend die zielgruppengerechte Ansprache der Kunden.
Positives Weiterempfehlungsverhalten
Markenbegeisterung beim Kunden wird ihn dazu motivieren, seine positiven Erfahrungen an Freunde und Bekannte weiterzugeben (Mundpropaganda). Die Community wirkt damit als Kommunikationsmultiplikator, gleichzeitig werden die Mitglieder darauf bedacht sein, negative Kommunikation weitestgehend einzuschränken oder gegenzusteuern. Damit verringern sich die Kosten für Neukundenakquise und Werbung; die Mitglieder treiben die Verbreitung der Marke selbst gesteuert voran.
Reduktion des Produktinnovationsrisikos
Über die Community ergibt sich für das Unternehmen die einmalige Möglichkeit, direktes Feedback der Kunden über Produkte zu bekommen. Gemeinsam mit den Mitgliedern kann man so Anforderungen oder Schwächen bestehender bzw. den Bedarf neuer Produkte erar-beiten und diskutieren. Damit verringert sich das Risiko von fehlgesteuerter Produktinnovati-onen um ein Beträchtliches, da man viel näher an der Zielgruppe ist und diese in den gesam-ten Prozess der Entwicklung einbeziehen kann.
Neue Distributionswege
Zu guter Letzt beinhaltet die Community noch das Potenzial neuer Distributions- und Vertriebswege, nämlich direkt über die Community bzw. über einen der Community angeglieder-ten Online-Shop, womit sich wiederum mehr Umsatz generieren lässt.
Es zeigt sich also, dass der Einsatz von Communities im Bereich des Marketings bei korrekter Anwendung wichtige positive Effekte erzielen kann: Erhöhung der Marktanteile durch eine Ausweitung des Kundenstammes und höhere Kundenbindung, daneben positive Kosteneffekte, durch Einsparungen von Werbe- und Servicekosten sowie Vermeidung von Kosten für Produktfehlentwicklungen.
Literaturtipps zum Thema:
[1] Algesheimer, René: Brand Communities
[2] Banks, Drew and Kim Daus: Customer.Community
[3] Herstatt, Cornelius und Jan G. Sander: Produktentwicklung mit virtuellen Communities
[4] Rheingold, Howard: Virtuelle Gemeinschaften