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Sonntag, 13. Mai 2007 21:53 Uhr

Open Source zum Frühstück

Von Inga 0 Kommentare
mymuesli.jpg

Für jeden, der keinen Bock hat auf die klassischen und mit Zusatzstoffen gespickten Frühstücksmüslis aus dem Supermarkt haben drei Jungs aus Passau jetzt die Lösung ins Netz gezaubert: bei mymuesli.com kann man sich einfach ratzfatz sein Lieblingsmüsli zusammenbasteln - Äpfel, Bananen oder doch lieber Chocopops? - alles bio versteht sich! - branden und in einem stylo Design gleich Dosenweise bestellen.

prima Idee... wenn ich das direkt bei meinem Supermarkt um die Ecke so machen könnte, wie bsp. bei Tee zum selber abfüllen, fänd ich das allerdings noch viel besser, denn dann könnte man sich die Versandkosten von doch immerhin 3,90 Euro sparen ;o)

Alles in allem ne gute Sache und mal wieder ein tolles Beispiel für angewandtes Open Source Marketing.

Donnerstag, 5. Oktober 2006 14:14 Uhr

Endlich online - meine Diplomarbeit

Von Inga 0 Kommentare

Die Zeit des langen Wartens ist vorbei!

Nachdem ich bereits zahlreiche Mails bekommen habe, wann denn nun endlich meine Diplomarbeit im Netz stünde und ich den Kampf gegen Creative Commons nach langem Hin und Her mit ein paar Kniffen (Dank hier mal wieder an Nikita, meinen allzeit bereiten Computersupport ;) gewonnen habe, steht mein „Lebenswerk“ nun hier zum Download zur Verfügung.

Aber worum ging´s eigentlich nochmal?

Um eine kritische Betrachtung des Open Source Marketing Konzeptes

Ziel meiner Arbeit war vor allem, das Thema Open Source Marketing auch für den Laien verständlich zu beleuchten:

  • Was ist OSM?
  • Warum kommt es zu dieser Bewegung und warum funktioniert sie?
  • Wie kann ich OSM in den Bereichen des klassischen Marketing einsetzen?
  • Welche Instrumente gibt es, um OSM umzusetzen?
  • Welche Vorteile, aber auch Nachteile können sich aus einem OSM-Konzept ergeben?
  • Und last but not least: Worauf muss man achten, bei der Konzeption eines OSM Projektes?

Nun aber alle Interessierten viel Spaß bei der Lektüre - Feedback ist natürlich jederzeit gerne willkommen ;)

Mittwoch, 31. Mai 2006 21:29 Uhr

Was macht eigentlich die Trinkhanf Challenge?

Von Inga 4 Kommentare

Die Trinkhanf Challenge ist nun schon seit einiger Zeit - genau genommen seit 21. April - beendet. Mich hat natürlich auch im Nachfeld der Aktion interessiert, wie´s gelaufen ist und deshalb habe ich nochmal Kontakt zu Herrn Frenkenberg aufgenommen, der kurz und knackig folgendes Resüme gezogen hat:

"...es war ein Hit."

Im Konkreten heißt das:
Brauchbaer Einsendungen an Rezepten gab es um die 60 von insgesamt etwas mehr als 100. 15 davon waren mehr als brauchbar, sozusagen absolut umsetzenswert. Trotz der Zuordnung des Produktes Trinkhanf in die Sparte gesundheitsbewussten Konsumgüter kamen die meisten Einsendungen nicht etwa per Post, sondern über das Netz. Genaue Zugriffszahlen gibt es dazu leider noch nicht - kommen aber sicher noch.
Und das waren die Sieger:
Platz 1 Roter Mond
Platz 2 Anti Age
Platz 3 Indischer Masalla Chai
Platz 3 Maroni/Zimt/Balsamico Mag.

Auch in Sachen PR hat das Open Source Projekt der Firma viel gebracht: berichtet haben neben zahlreichen Bloggern unter anderem die österreichischen Titel Kronenzeitung und Wirtschaftsblatt. Am kommenden Freitag, 02. Juni, soll sogar ein Bericht auf Ö1 "Moment Kulinarium" ausgestrahlt werden.

Aufgrund der positiven Erfahrungen plant man das Konzept nun auch international umzusetzen.

"Absolut gutes Resümee: Wir werden das in anderen Ländern wiederholen"

mehr zum Thema:
[1] Neue Geschmacksrichtungen für Trinkhanf gesucht
[2] Wie Christian Frenkenberger intuitiv den Zeitgeist trifft
[3] http://www.hanfmilch.at/

Montag, 22. Mai 2006 21:26 Uhr

Trendwtaching.com: Briefing on "Customer-Made"

Von Inga 0 Kommentare

Eben gefunden bei consumerempowerment aber noch nicht zum lesen gekommen: das Mai-Briefing von trendwatching.com zum Thema "Customer-Made". Auf den ersten Blick gesprickt mit einer Meneg interessanter Beispiele zum Thema Open Innovation und Consumenr Generatde Contents.

Mittwoch, 22. März 2006 19:00 Uhr

Wie Christian Frenkenberger intuitiv den Zeitgeist trifft

Von Inga 0 Kommentare

Über das Projekt der Take Hemp GmbH hatte ich ja bereits berichtet. Und weil man mit diesem Konzept absolut auf der Open Source Schiene fährt, habe ich gleich mal mit Christian Frenkenberger, Initiator der Trinkhanf Challenge, gesprochen.

Und was sagt mir Herr Frenkenberger gleich zu Beginn unseres Gespräches? Er hatte keine Ahnung, dass er da gerade Open Source Marketing betreibt. Dementsprechend überrascht hat ihn auch der Ansturm der Medien und die Publicity, die ihm die Aktion vor allem in Internetkreisen einbrachte - positiv natürlich...

"Ich habe dieses Konzept wohl umgesetzt, aber weniger mit dem Hintergedanken an ein Open Source Projekt, sondern vielmehr rein intuitiv. Dass ich damit offenbar genau den Geist der Zeit getroffen habe, war mir zunächst nicht vollends bewusst."

Besser kann´s ja schon fast nicht mehr kommen, oder?

Mittwoch, 8. März 2006 13:03 Uhr

The OScar Project - Telefonat mit Markus Merz

Von Inga 0 Kommentare

Wie bereits erwähnt hatte ich ja im Februar ein interessantes Gespräch mit Markus Merz, dem Initiator des OScar Project.

Mich hat vor allem interessiert, wie er auf das Konzept gekommen ist, wie er zu dem Thema Open Innovation/OSM steht und wie das Projekt so im Ganzen konzipiert ist. Herr Merz hat mir auch bereitwillig auf jede Frage umfangreiche Antworten gegeben.

Und für alle die es sonst interessiert gibt es unten das ganze Interview zum Nachlesen.

Downloads

TelefonatMitMarkusMerz.pdfTelefonatMitMarkusMerz.pdf 57 KB
Sonntag, 5. März 2006 11:26 Uhr

Neue Geschmacksrichtungen für Trinkhanf gesucht

Von Inga ein Kommentar

Einen Ansatz von Open Innovation testet derzeit der österreichische Jungunternehmer Christian Frenkenberg mit der "Trinkhanf Challenge".

Frenkenberg stellt seit 1995 ein ökologisches Getränk aus reinem Hanf und Quellwasser her, welches er über ausgeäwhlte Fachhändler vertreibt. Noch gibt es dieses Bio-Getränk nur in seiner reinen Geschmacksrichtung und als Kaffeegetränk. Im Frühjahr sollen die Geschmacksrichtungen Mango/Ingwer und Kakao/Vanille/Ahornsirup auf den Markt kommen. rei nach dem Motto der Firma: „Nimm Hanf wo immer es Sinn macht“ ist Christian Frenkenberg davon überzeugt, mit diesem rein pflanzlichen Produkt den Puls der Zeit zu treffen und schnell einen großen Abnehmerkreis aufbauen zu können.

Um weitere Geschmacksrichtungen zu kreieren, sollen nun die Konsumenten selbst in den Entwicklungsprozess einbezogen werden: beim "Trinkhanf Challenge" geht es darum, durch trial-and-error neue Geschmacksrichtungen zu schaffen. Der Kunde besorgt sich beim Fachhändler einige Flaschen Trinkhanf und mixt diese nach Lust und Laune zu Hause im Selbstversuch mit Zutaten, die ihm gerade in den Kopf kommen. Einzige Auflage: es sollte sich um natürliche Inhaltsstoffe handeln, um die positiven Wirkungen des Trinkhanf nicht zu verfälschen. Das fertige Rezept sendet der Kunde bis 21. April an Take Hemp. Eine Fachjury wird dann in Geschmackstests den Gewinner ermitteln. Um die Kommunikation zu fördern steht unterstützend ein Forum bereit auf dem sich interessierte Teilnehmer austauschen können. Als Anreiz winkt eine Umsatzbeteiligung am Gewinnergetränk von 1 Cent pro verkaufter Flasche.

Alle weitere Details zum Hersteller und Wettbewerb findet Ihr hier.

Via: ConsumerEmpowerment

Montag, 20. Februar 2006 23:15 Uhr

Open Source Marketing in der Praxis?

Von Inga 4 Kommentare

Wo sind sie, die Beispiele für Open Advertising, Open Innovation oder Consumer Generated Media?

Heute habe ich endlich einen weiteren Punkt meiner Arbeit (fast) fertig gestellt. Nachdem ich mich letzte Woche geschlagene fünf (!) Tage lang mit dem Thema Open Innovation abgekämpft habe, konnte ich mich diese Woche dann endlich einem Punkt widmen, bei dem ich sicher war, es würde reibungslos und schnell verlaufen: Kommunikationspolitische Instrumente des OSM. Aber weit gefehlt. ging doch mal wieder alles nicht so schnell voran wie es hätte sollen. Was war das Problem?

Letzte Woche waren es die Praxisbeispiele. Ein echtes Beispiel für Open Innovation, das nicht aus dem Softwarebereich stammt? Ich hab lange gesucht. Aber wenn ich glaubte, eines gefunden zu haben, hat sich´s in der Regel doch wieder nur als Customization-Sache oder ähnliches herausgestellt. Dann irgendwann bin ich über OScar[1] gestolpert (warum erst jetzt? Ich hab keine Ahnung - vielleicht weil das ganze Projekt gerade in die zweite Runde geht und daher wieder frü etwas Pressetrubel gesorgt hat?!).Oscar ist tatsächlich ein Open Source Projekt für ein Auto, das komplett über eine Community entwickelt werden soll. Leider soll das nachher nicht kommerziell von Seiten der Urheber vertrieben werden - dann hätte ich den Beweis gehabt, dass es Open Source tatsächlich auch im industriellen Bereich gibt. Aber Markus Merz, der Initiator des Projekts, ist zuversichtlich, dass zumindest Komponenten des Autos mit Sicherheit auf interessierte Produzenten stoßen werden. Wir haben auch gleich mal ein kleines Telefonat geführt, dessen Ergebnisse ich später posten werde. Nun ja, da hatte ich dann wenigstens mein Beispiel für Open Source entwickelte Hardware. Wenn´s denn funktioniert?!

Auch heute klebte ich wieder an den Beispielen fest. Immerhin ist´s im Bereich Open Advertising und Consumer Generated Media (ich nehme diese beiden Punkte mal als Hauptbestandteile der OS Kommunikationspolitik an) nicht so schwer auf welche zu stoßen.

  • Positiv kann man hier nennen:
    Den iPod Mini Spot von George Masters[2] (ein alter Schuh, den ich hier sicher nicht vorzustellen brauche)
  • Die ConverseGallery[3]
  • Das FRoSTA-Blog[4] (sehr vorbildliche Kommunikation auf höchster Ebene
  • Die Entwickler der Kartensuche von GoYellow (Post über Martin Oetting[5])
  • Natürlich Spread Firefox[6] (brauch ich an dieser Stelle eigentlich ja auch nicht zu erwähnen)
  • Das Open Logo Project[7] von Spreadshirt (ist es nun open oder nicht, wenn man Preisgeld verlost? Das Argument von Andreas leuchtet mir schon ein und immerhin behält der Urheber dennoch seine Rechte an dem Werk wohingegen er sie bei Converse und sogar beim Ad Contest von Mozilla vollkommen abtritt - gerade bei Mozilla hatte ich das nicht erwartetr, aber da muss ich mich mit der rechtlichen Seite wohl noch etwas mehr auseinandersetzen)

Negativ aufgefallen in Sachen PR und Blogs sind in der Vergangenheit unter anderem:

Ein weiterer Tag geht zu Ende. Ganz zufrieden bin ich mit meiner Ausbeute noch nicht. Aber kommt Zeit kommt Rat... s´wird schon alles werden.

[1] Theoscarproject
[2] Artikel von Leander Kahney: Home Brew iPod Ad Opens Eyes
[3] ConverseGallery
[4] FRoSTA-Blog
[5] Martin Oetting: Online-Mundpropaganda durch Beziehungspflege: Hauptstadtblog und GoYellow
[6] Spread Firefox
[7] Open Logo Project von Spreadshirt
[8] Jamba Kurs auf Spreeblick
[9] Jens Scholz veröffentlicht Mails von Jean-Remy von Matt:
Jean-Remy von Mat ist beleidigt
Sie haben Post von Jean-Remy
Der Spiegel online Artikel dazu hier
[10] Der Werbeblogger zur Klum-Affäre

Samstag, 11. Februar 2006 16:45 Uhr

Communities als Marketinginstrument (III)

Von Inga 0 Kommentare

Und noch ein kurzer Anhang zum Thema Communities aufbauen, pflegen, nutzen:

Etienne Wenger hat zu dem Thema in nur einem Schaubild (Cultivating communities of practice - a quick startup guided) komprimiert aber sehr informativ dargestellt, was man beim Umgang mit Communities berücksichtigen muss, welche Vorteile sie Mitgliedern und Unternehmen bringen können und wo sich die kritischen Erfolgsfaktoren verbergen. Super!

Via: Exciting Commerce von Jochen Krisch.

Mittwoch, 8. Februar 2006 21:35 Uhr

Was ist eigentlich Produktentwicklung im OSM-Sinne?

Von Inga 0 Kommentare

Heute hatte ich eine lange Debatte mit Nikita über das Thema Produktentwicklung im Rahmen des OSM. Nikita ist einer jener Vertreter, der aufgrund seines eher internetlastigen Backgrounds auch mit einer extremen Sichtweise an diese Thematik herangeht: eben aus Sicht des Ursprungs dieser ganzen Thematik, der Open Source (Software) Bewegung. Soll heißen, dass er nur als Open Source durchgehen lässt, was auch mit der absoluten Freigabe ALLER Informationen, Rezepte, Fertigungspläne etc. einhergeht.

Nun bin ich selbst der Meinung, dass sich die Definition und der Prozess von Open Source Software nicht unbedingt 1:1 auf jede beliebige Branche übertragen lässt, da hier schon die Grundvoraussetzungen verschieden sind (schon allein dass die meisten Unternehmen nach Gewinnmaximierung im Sinne ihrer Shareholder verpflichtet sind, was bspw. bei Mozilla nun ja nicht der Fall ist).

Allerdings hat mich dieses Gespräch durchaus nachdenklich gemacht, so dass ich mich nun mal auf die Suche nach DEM Beispiel für ein Open Innovation - Konzept machen wollte. Dabei bin ich auf einige Fragen gestoßen, wodurch sich eigentlich DAS Open Innovation - Konzept auszeichnet - und habe leider noch kein adäquates Exempel auftreiben können:

Was genau ist Open Innovation? Wo fängt im Produktentwicklungsprozess das OSM an, wo hört es auf? Bei Frank Piller lese ich, dass Open Innovation eher den Prozess der Innovation definiert als die Innovation an sich. Dass es also vielmehr darum geht, dass der KUnde überhaupt in den Entwicklungsprozess einbezogen ist, diesen auf verschiedenen Ebenen mitgestalten kann - von der Initiierung einer Idee über Verbesserungsvorschläge für bestehende Produkte zur Entwicklung der Innovationsplattform selbst.

  • Wenn aber ein Unternehmen die Kunden nach dem optimalen Design für eine Bierflasche fragt (groß und schlank oder rund und bauchig?) ist das dann schon OSM oder Marktforschung im herkömmlichen Sinne - ein alter Schuh unter neuem Namen?
  • Wenn Lego einen ausgewählten Kreis von Lead Usern in die Entwicklung und Verbesserung einer neuen Produktserie einbezieht, ist dass dann OSM - obwohl nicht die gesamte Community mitentscheiden darf - nur weil ausgewählte User nach ihren Vorschlägen gefragt werden ohne dafür Bezahlung zu bekommen? Und ist dann nicht auch ein Workshop nach dem SuperGroup-Konzept eine OSM Maßnahme?
  • Ist es Open Innovation, wenn ein Hersteller von medizinischen Geräten Fachärzte in die Entwicklung einbezieht? Oder handelt es sich hier mehr um eine Art Customizing kundenintegrierte Produktentwicklung im herkömmlichen Sinn?
Samstag, 14. Januar 2006 20:03 Uhr

Communities als Marketinginstrument (II)

Von Inga 0 Kommentare

„Virtuelle Communities taugen dazu, Rendezvous zu verabreden, Rasenmäher zu verkaufen, Romane zu veröffentlichen und Konferenzen abzuhalten.“ (Howard Rheingold)

Die Merkmale einer Community habeich bereits im vorangegangenen Artikel definiert, ebenso, wie die Gründe, warum Menschen sich in Communities zusammenschließen. Heute soll es nun darum gehen, was denn eigentlich das Unternehmen für Nutzen aus der Bereitstellung und Pflege einer Community ziehen kann:

Steigerung der Kundenloyalität
Kunden, die sich in Communities engagieren haben ein besonderes Verhältnis zu ihrer Marke. Sie definieren sich über die Marke; sie ist ein Teil ihrer selbst. Durch die Mitgliedschaft in einer Community haben die Kunden die Chance, ihre Leidenschaft für die Marke mit Gleich-gesinnten zu teilen. Die gesteigerte Loyalität bringt eine höhere Markenprofitabilität und damit höhere Marktanteile mit sich.

Gesteigertes Vertrauen in Produkte und Unternehmen
Durch einen besseren Informations- und Kommunikationsfluss wird das Vertrauen in die Marke und das Unternehmen gestärkt. Daraus können sich Cross-Selling-Potenziale erge-ben: der Kunde hat bereits Vertrauen in die Marke gefasst und wird daher auch bei weiteren Produkten auf die ihm bekannte Marke zurückgreifen. Wechselbarrieren zu anderen Anbietern erhöhen sich.

Zielgruppengerechtes Marketing
Eine genaue Beobachtung der Community-Aktivitäten lässt wichtige Rückschlüsse auf Kundenanforderungen, Probleme und Wünsche zu. Damit kann die Community wichtige Daten zur Marktforschung beitrage. Darüber hinaus erleichtert sie die Zielgruppenidentifizierung und damit einhergehend die zielgruppengerechte Ansprache der Kunden.

Positives Weiterempfehlungsverhalten
Markenbegeisterung beim Kunden wird ihn dazu motivieren, seine positiven Erfahrungen an Freunde und Bekannte weiterzugeben (Mundpropaganda). Die Community wirkt damit als Kommunikationsmultiplikator, gleichzeitig werden die Mitglieder darauf bedacht sein, negative Kommunikation weitestgehend einzuschränken oder gegenzusteuern. Damit verringern sich die Kosten für Neukundenakquise und Werbung; die Mitglieder treiben die Verbreitung der Marke selbst gesteuert voran.

Reduktion des Produktinnovationsrisikos
Über die Community ergibt sich für das Unternehmen die einmalige Möglichkeit, direktes Feedback der Kunden über Produkte zu bekommen. Gemeinsam mit den Mitgliedern kann man so Anforderungen oder Schwächen bestehender bzw. den Bedarf neuer Produkte erar-beiten und diskutieren. Damit verringert sich das Risiko von fehlgesteuerter Produktinnovati-onen um ein Beträchtliches, da man viel näher an der Zielgruppe ist und diese in den gesam-ten Prozess der Entwicklung einbeziehen kann.

Neue Distributionswege
Zu guter Letzt beinhaltet die Community noch das Potenzial neuer Distributions- und Vertriebswege, nämlich direkt über die Community bzw. über einen der Community angeglieder-ten Online-Shop, womit sich wiederum mehr Umsatz generieren lässt.

Es zeigt sich also, dass der Einsatz von Communities im Bereich des Marketings bei korrekter Anwendung wichtige positive Effekte erzielen kann: Erhöhung der Marktanteile durch eine Ausweitung des Kundenstammes und höhere Kundenbindung, daneben positive Kosteneffekte, durch Einsparungen von Werbe- und Servicekosten sowie Vermeidung von Kosten für Produktfehlentwicklungen.

Literaturtipps zum Thema:
[1] Algesheimer, René: Brand Communities
[2] Banks, Drew and Kim Daus: Customer.Community
[3] Herstatt, Cornelius und Jan G. Sander: Produktentwicklung mit virtuellen Communities
[4] Rheingold, Howard: Virtuelle Gemeinschaften

Mittwoch, 11. Januar 2006 22:57 Uhr

Communities als Marketinginstrument (I)

Von Inga ein Kommentar

Der Mensch ist ein soziales Wesen und daher immer auf der Suche nach Gleichgesinnten, mit denen er sich zusammen tun kann, die im Optimalfall sogar seine Interessen teilen. Aus diesem Bedürfnis heraus entstehen Communities, Gemeinschaften innerhalb derer Menschen mit gleichen Interessen für Marken, Produkte, Hobbies, und vieles andere zusammen kommen, um sich auszutauschen. Konformes Verhalten innerhalb der Gruppe und soziale Kontakte mit Gleichgesinnten macht die Community für den Teilnehmer so attraktiv. Durch den zunehmende Einfluss des Internet und sich damit ergebende neue Möglichkeiten dezentraler, ortsunabhängiger Massenkommunikation steigt die Zahl der Community-Mitglieder stetig an und ist bereits zu einem wichtigen Bestandteil gesellschaftlichen und sozialen Lebens geworden.

Communities zeichnen sich durch einige besondere Merkmale aus:

  • Sie sind unabhängig vom Aufenthaltsort der Mitglieder und erlauben so eine dezentrale Kommunikation über Orts- und Landesgrenzen hinweg
  • Sie basieren auf strukturierten sozialen Beziehungen, die sich in Abhängigkeit von der Größe der Community in mehr oder weniger stark ausgeprägten Hierarchien widerspiegeln.
  • Die Community bildet ein soziales Netzwerk, das es den Mitgliedern erlaubt kontinuierlich in Aktion zueinander zu stehen. (Interaktion)
  • Mitglieder einer Community beeinflussen sich im Laufe der Zeit wechselseitig und bilden ein starkes "Wir"-Gefühl aus
  • Mittelpunkt und damit Zweck der Community ist immer ein gemeinsames Ziel oder Interesse. Im speziellen Fall der Brand Community ist dies die geteilte Bewunderung für eine Marke, die existenzielle Grundlage für das Bestehen der Community ist.
  • Mitglieder einer Community teilen und pflegen gemeinsame Werthaltungen, Rituale und Traditionen.

Die Mitglieder einer Community müssen sich nicht persönlich kennen, um dennoch ein starkes Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Die Gemeinschaft verkörpert eine Lebensart, die es durch gemeinsame Rituale und Traditionen, sowie eine sorgfältige Betreuung und Pflege aufrecht zu erhalten gilt.

„Virtuelle Communities taugen dazu, Rendezvous zu verabreden, Rasenmäher zu verkaufen, Romane zu veröffentlichen und Konferenzen abzuhalten.“
(Howard Rheingold)

Sie ermöglichen den intensiven Austausch zwischen Nachfrager und Nachfrager (C2C). Damit definiert sich die Unternehmen-Kunden-Beziehung völlig neu: man agiert nicht mehr nur in einem Business-to-Consumer-Markt (B2C), sondern in einem B2-(C2C)-Markt. Die Nachfrager haben die Möglichkeit, sich über Unternehmen, Produkte und Services auszutauschen und einander bei Schwierigkeiten, Fragen, Problemen zu unterstützen. Die Community bildet den sozialen Kontext für Konsumentenaktionen und basiert auf gemeinsamen (Konsum-)Aktivitäten.
(Virtuelle) Communities sind in der Regel homogen bezüglich der Interessen und Werthaltungen ihrer Mitglieder; heterogen dagegen in Bezug auf den sozialen Background der Teilnehmer wie Bildung, Herkunft oder Verdienst. Durch virtuelle Gemeinschaften lassen sich traditionelle soziale Hürden überwinden und völlig neue Zielgruppen erschließen. Das Internet hilft hierbei, Grenzen zu überwinden und verschiedene Gruppen zu integrieren anstatt zu separieren.
Brand Communities entwickeln sich vor allem um öffentliche, auffällige Marken herum. Um eine dauerhaft erfolgreiche Community zu etablieren ist ein gewisser Bekanntheitsgrad und damit einhergehend eine entsprechende Teilnehmermotivation von Vorteil.

Literaturtipps zum Thema:
[1] Algesheimer, René: Brand Communities
[2] Banks, Drew and Kim Daus: Customer.Community
[3] Herstatt, Cornelius und Jan G. Sander: Produktentwicklung mit virtuellen Communities
[4] Rheingold, Howard: Virtuelle Gemeinschaften

Dienstag, 3. Januar 2006 18:59 Uhr

Blogs - Chancen und Risiken für Unternehmen (I)

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Was kann ein Unternehmen sich erwarten von dem neuen Trend zum Weblog und welche Gefahren liegen in diesem Trend? Ich habe mir hierüber mal einige Gedanken gemacht und folgende Punkte festgehalten:

Vorteile und Chancen:

  • Blogs haben ein hohes Potenzial als Ideenpool für Produktentwicklungen: Trends, Meinungsbilder und Erfahrungen lassen sich zur Verbesserung eigener Produkte und Marken nutzen.
  • Konstruktiver Meinungsaustausch mit der Zielgruppe.
  • Zusatzdienste in Form von Produktinformationen, virtuellen Produktanleitungen, Beschwerdemanagement o.ä. erhöhen den Kundenservice.
  • Kommentarfunktionen eignen sich besonders für einen direkten Dialog.
  • Aktueller, zielgruppenrelevanter Content motiviert zu regelmäßigen Besuchen und erhöht die Kundenbindung.
  • Schnelle, authentische, ungefilterte und direkte Kommunikation mit wichtigen Stakeholdern.
  • Regelmäßige Beiträge bringen gute Rankings in Suchmaschinen.
  • Aufbau und Betrieb sind in der Regel schneller und kostengünstiger als bei herkömmlichen Kommunikationskanälen bei vergleichsweise hoher potenzieller Reichweite.

Nachteile und Risiken:

  • Die hohe Reichweite und rasante Verbreitung ist vor allem bei negativen Informationen von höchster Brisanz. Jedes Unternehmen kann zur Zielscheibe werden; der richtige Weg, einzugreifen, ist oft schwer zu finden. Eine teure Lektion haben hier bereits Anbieter wie Jamba und Kryptonite gelernt
  • Motivation zum Bloggen ist häufig Anerkennung, sehr oft aber auch Frust oder Ärger über Produkte, Services, Arbeitgeber.
  • Durch Verlinkungen verbreiten sich vor allem negative Informationen rasend schnell
  • Durch Kommentare und Trackbacks stehen Blogeinträge dauerhaft weit oben in den Suchmaschinenrankings, oft noch vor dem Unternehmen selbst.
  • User erwarten tägliche Updates und schnelle Reaktionen. Gerade in großen Konzernen ist dies aufgrund interner Kommunikationsstrukturen eher schwierig realisierbar.

Was ein Unternehmen tun kann, um in der Blogosphäre zu überleben und auch mit schlechter Publicity umzugehen, hat Klaus Eck in seinem Beitrag "7 Tipps für ein erfolgreiches Business Weblog" zusammengefasst und auch Sascha Langner hat einige hilfreiche Empfehlungen zum nachhaltigen Umgang mit Bloggern.

Mittwoch, 28. Dezember 2005 21:40 Uhr

Open Logo Project von Spreadshirt

Von Inga 4 Kommentare

Der online-Shop Spreadshirt hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, um der alten Spreadlady des bisherigen Logos auf Wiedersehen zu sagen. Ganz nach Open Source Manier kann beim Open Logo Project hier jeder seine Vorschläge bis zum 21.02.2006 einreichen. Als Gewinne winken 5.000 € und ein Sachpreis für den Erstplatzierten.

Mittwoch, 28. Dezember 2005 21:22 Uhr

Lizenzmodelle - von GPL bis Creative Commons

Von Inga 0 Kommentare

Heute habe ich einen ganzen Tag der Frage nach Möglichkeiten zur Lizenzierung auf Open Source Basis gewidmet.

Generell ist natürlich klar, dass es auch beim Thema Open Source Bedarf an rechtlichen Grundlagen gibt, auf die sich Urheber und Nutzer stützen können. Im klassischen Sinne werden Werke aller Bereiche mit Lizenzen urheberrechtlich vor dem Ge-/Missbrauch durch unbefugte Personen geschützt. Die klassische Lizenz definiert sich als „die Überlassung von (Schutz-)Rechten eines Dritten (Lizenzgeber) an den Lizenznehmer, der das Recht dadurch nutzen kann (…). Für die Nutzung wird der Lizenznehmer i.d.R. eine pauschale oder preis- und/oder mengenabhängige Lizenzgebühr an den Lizenzgeber entrichten.“ Diese Definition beschränkt die Rechte des Lizenznehmers bei der Nutzung eines Rechtes oder Werkes bzw. macht seine Rechte abhängig von einer Gegenleistung. Im Gegensatz hierzu wurden für Open Source Projekte Lizenzen geschaffen, welche dem Nutzer zusätzliche Rechte im Umgang mit einem Werk einräumen anstatt ihn einzuschränken.

Vorreiter der Open Source Lizenzen im Softwarebereich war die bereits 1989 veröffentlichte GNU General Public License (GPL), die auch heute noch als das Standardwerk für Open Source Software Lizenzen eingesetzt wird. Ziel ist es hierbei eben jene Einschränkung der klassischen Lizenzen aufzuheben und dem User die folgenden vier Freiheiten einzuräumen:

  • Das Programm darf für jeden Zweck ohne Einschränkung ausgeführt werden.
  • Der Quellcode darf studiert und den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.
  • Das Programm darf kostenlos kopiert werde.
  • Das veränderte Programm darf kostenlos verbreitet werden.

Einzige Bedingungen, die sich an diese Freiheiten knüpfen sind die Offenlegung des Quellcodes bei Weitergabe/Veränderung des Werkes, sowie die Forderung, dass Derivate ebenfalls unter die GPL fallen. Unter strenger Einhaltung dieser Bedingungen ist damit die Freiheit der GP-lizenzierten Software langfristig gesichert. Eine weitere Besonderheit der Open Source Lizenzen ist, dass sie vom User nicht zwingend akzeptiert werden müssen, da sie ja lediglich zusätzliche Rechte einräumen, nicht aber vorhandene einschränken.

In Anlehnung an die Lizenzierung von Open Source Software haben sich auch in anderen Bereichen Modelle entwickelt, die den Umgang mit Werken aus Musik, Wissenschaft, Literatur, Film, Fotografie uvm. regeln. Weit verbreitet ist hier die Creative Commons (CC) License: seit 2002 bietet die non-profit Organisation Creative Commons verschiedenen Lizenzmodelle an, innerhalb derer Einschränkungen des klassischen Copyright aufgehoben werden können, um Marketing-Materialien auch für kommerzielle bzw. öffentliche Nutzung zugänglich zu machen. Je nach Bedarf des Urhebers gibt es starke Abstufungen der Freiheitsgrade: von Lizenzen, die sich kaum vom völligem Vorbehalt der Rechte (Copyright) unterscheiden, bis hin zu Lizenzen, die das Werk in die Public Domain stellen, bei denen also auf das Copyright völlig verzichtet wird.

Entsprechend der Open Source Definition regeln diese Lizenzen die namentliche Nennung des Urhebers, Nutzungsrechte sowie Fragen bezüglich Veränderung und Weitergabe des Werkes. Der Urheber hat bei der CC Lizenz die Wahl:

  • Attribution: alle Rechte gehen an den Nutzer unter der Bedingung der Nennung des Urhebers bei Weiterverbreitung
  • Noncommercial: alle Rechte gehen an den User; eine kommerzielle Nutzung des Werkes ist aber untersagt
  • No Derivative Works: eine Nutzung des Werkes ist nur in seiner Ursprungsfassung er-laubt
  • Share Alike: Nutzung, Verbreitung und Veränderung des Werkes ist nur unter gleichen Lizenzbedingungen erlaubt wie die des Ursprungswerkes.

Neben diesen Standardlizenzen existieren auch spezifischere Modelle, wie die Music Sharing License oder die Developing Nations License, die Nicht-Industriestaaten Derivate jeder Art erlaubt.

Beispiele für die Nutzung von Lizenzen:

Flickr beispielsweise ist derzeit beliebteste Datenbank im Netz zum Archivieren, Suchen und Austauschen von Fotografien. Der User hat dabei die Möglichkeit, seine Bilder privat zu verwalten oder öffentlich zugänglich zu machen, wobei bei Letzterem verschiedene Modelle der CC Lizenz zur Anwendung kommen. Das Ziel hinter dem Portal ist es, möglichst vielen Menschen Zugang zu vorhandenem Bildmaterial zu schaffen und Austausch und Verbreitung der Bilder zu forcieren.

Das open-access Medizin Journal PLoS hat alle seine Forschungsbeiträge unter die Creative Commons Attributions License gestellt, d.h. jedem ist eine freie Verwendung der Informationen erlaubt unter der Bedingung der Urhebernennung.

Ein spezielles Lizenzprojekt hat im April der britische Radio- und TV-Sender BBC gestartet: über die Creative Archive License Group möchte man in Kooperation mit Channel 4, the bfi und der Open University den Usern unbeschränkten Zugriff auf Bild-, Text- und Videoarchive ermöglichen. Eigens für dieses Projekt wurde die Creative Archive License entworfen, die Bestandteile der CC Lizenz um die Forderung nach respektvollem Umgang mit den Inhalten ergänzt und zunächst die Lizenzrechte auf das Vereinigte Königreich begrenzt.

Firefox setzt natürlich auf die Lizenzierung der Community Beiträge durch CC.

Bei der Umsetzung der Lizenzmodelle im Bereich des kommerziellen Open Source Marketing hat sich die Verwendung allerdings noch nicht so sehr durchgesetzt. So gehen beispielsweise bei Kampagnen wie dem Open Logo Project von Spreadshirt oder der ConverseGallery alle Urheberrechte vom Teilnehmer auf das jeweilige Unternehmen über.

Anhang: Eines der wohl bekantesten Beispiele - hätte ich an dieser Stelle beinhae schon vergessen - ist natürlich die Wikipedia, die unter der GNU Free Documentation License freies Kopieren, Verändern und Verwenden erlaubt.

Sonntag, 4. Dezember 2005 22:12 Uhr

Super Groups - König Kunde entwirft sein Produkt selbst

Von Inga 0 Kommentare

Aber bitte nur die Kreativen!

Je mehr ich über mein Thema versuche herauszufinden, über desto mehr interessante andere Themen stolpere ich. Heute zum Beispiel hatte ich einen spannenden Artikel [1] zur Hand, der sich mit dem Einsatz von Super Groups beschäftigte. Super Groups sind eine zurzeit noch v.a. in den USA und Großbritannien praktizierte Form der Fokusgruppen. Mit dem großen Unterschied, dass Super Grouper bereits im Vorfeld also der Produktentwicklung und Ideensammlung ins Spiel kommen. Ein Super Grouper zu werden ist nicht ganz einfach, mit Sicherheit aber ein sehr spannender "Job". Der Super Grouper muss sich zunächst einem aufwendigen Bewerbungsverfahren unterziehen und Kreativtests bestehen, bevor er an einem Workshop teilnehmen kann. Innerhalb eines solchen Workshops ist es Aufgabe der Super Group "einfach" drauflos zu "spinnen" und kreativ zu werden. D.h. es ist nicht wichtig, ob die Antworten oder Lösungen, die innerhalb des Workshops erarbeitet werden letztlich realisierbar sind, wichtig ist zunächst das Sammeln ALLER Ideen und Vorschläge als Grundlage für die spätere reale Marketingarbeit.

Dieses Verfahren stelle ich mir ungemein spannend und effizient vor. Erfolgreich umgesetzt hat dieses Konzept bspw. Jack Daniel´s mit den Alcopop-Variationen JD Gold und JD Black in Kooperation mit der Agentur Research International.

[1] Wieking, Klaus: Denken, spinnen, Regeln brechen. In: Werbung & Vertrieb.